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  Was heißt eigentlich Balázs?  
     
  Auf der Suche nach einem Namen für das neugegründete Kino war eigentlich klar: möglichst keine Anglismen für das "Ostkino" verwenden und möglichst einen Namen, der mit A oder B beginnt, also im Alphabet recht weit vorn ist. Balázs klingt ungarisch, die Endung sollte so ausgesprochen werden wie Gulasch. Nur die wenigsten wissen, dass Bela Balázs (geb.1884), der wichtige ungarische Filmtheoretiker und Filmautor der Namensgeber ist. Nachdem er 1919, nach der Niederschlagung der ungarischen Räterepublik, über Wien 1926 nach Berlin kam, war er bereits einer der bedeutenden Filmkritiker. Auch wichtige und unterhaltsame Filme wurden nach seinen Szenarien gedreht, darunter der leider verschollene "Die Abenteuer eines Zehnmarkscheins". Balázs inszenierte an der "Proletarischen Versuchsbühne Prenzlauerberg" ein eigenes Stück und leitete während seiner gesamten Berliner Zeit die Agitproptruppe "Die Ketzer", die mit verwegenen Happenings viele Diskussionen auslösten. Wichtig war uns neben seinem sechsjährigen Berlinaufenthalt, dass er trotz seiner theoretischen und politischen Arbeiten, als Szenarist auch in den "Niederungen" des Unterhaltungsfilms zu Hause war, sein musste. Film ist kein Elfenbeinturm, sondern auch kommerzielle Massenware sowie Gemeinschaftserlebnis! Und schließlich muß man auch von etwas leben. 1932 ging Bela Balázs einem Angebot folgend nach Moskau, zum WGIK, der ersten Filmhochschule der Welt. Dort blieb er bis nach dem Krieg und kehrte dann nach Ungarn zuück; am 17.Mai 1949 starb er an einer Gehirnblutung. "Der Film - Werden und Wesen einer neuen Kunst" ist sein wichtigstes Werk zum Film, welches er der Nachwelt hinterließ.